Sexualität und gleichgeschlechtliche Ehen

21.12.2008 | Tadej Pačnik

In unserem Land und der Welt sind wir Zeugen einer stillen Debatte über die Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Partnern. Die Meinungen gehen weit auseinander. Das Problem kann auch vom Standpunkt der Sexualität aus gesehen werden.



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Gleichgeschlechtliche Partner kämpfen für die Gleichstellung ihrer Partnerschaft vor dem Gesetz, also dem Staat und seinen Institutionen. Eine der grundlegenden Fragen dabei ist, ob die sexuelle Orientierung als solche, überhaupt mit der Institution des Gesetzes verbunden ist. Nach der Definition des Gesetzes, kann einen Ehe nur zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts geschlossen werden. Dabei steht nichts über ihre sexuelle Orientierung geschrieben. Wie und mit wem ein Mensch Geschlechtsverkehr hat bleibt ihm alleine überlassen bzw. ist eine Sache der Absprache zwischen Partnern. Das Ziel einer Gemeinschaft zweier Menschen, wie wir sie in unserer Kultur kennen, seit ihrer Entstehung, ist der Erhalt einer Struktur der Gesellschaft. Eine Debatte über diese Struktur wäre notwendig, wenn wir die Grundzelle verändern wollten.

Einfacher gesagt, traditionell gesehen, ist die Familie eine Maschine für die Produktion und Erziehung der Kinder. Wenn eine Familie das nicht ermöglicht, dient sie, in den Augen des Staates, nicht ihrem Zweck. Der Staat bietet einer solchen Familie manchmal einen Ersatz für ein eigenes Kind in Form einer Adoption. Gleichgeschlechtliche Partner verlangen eine Gleichstellung mit solchen dysfunktionalen Familien, weil Erfahrungen zeigen, dass sie ein Kind adoptieren und auch erziehen können. Wenn gleichgeschlechtliche Partner schon kein Kind gebären können, können sie es auf jeden Fall großziehen, wie jede andere Partnerschaft zwischen zwei Menschen auch. Hier scheiden sich die Meinungen.

 


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Einige beziehen sich auf diese, andere auf jene Analysen, jedoch kann das Wissen über den Einfluss auf die Entwicklung des Kindes, in Bezug auf die Struktur der Partnerschaft, nur schwer als Fakt dargestellt werden. Jedoch liegt der Kern der Debatte wo anders. Die Einführung einer solchen Neuheit, wie einer Redefinierung der grundlegenden gesellschaftlichen Zeile, wird immer ein Experiment mit nichtvoraussehbaren Folgen sein, die nicht schon vorweg als „gut“ oder „schlecht“ etikettiert werden können.

Die Argumente pro und contra sind unvereinbar, die Gesellschaft in unserem Land zeigt eine ablehnende Haltung zu solchen Veränderungen. Keine Regierung handelt ungern gegen die überwiegende Meinung der Gesellschaft. Man muss aber auch die Aktivisten verstehen, die für ihr Recht kämpfen. Durch die stetige Erweiterung der Debatte, wird die grosse Masse der Gesellschaft das breitere Konzept der gleichgeschlechtlichen Problematik akzeptieren. Wichtig dabei ist, dass aus dem Kern der Debatte die Sexualität als solche verbannt wird, weil wenn sie keine Rolle bei der „traditionellen“ Familienstruktur spielt, sollte sie auch keine Rolle bei einer gleichgeschlechtlichen Familienstruktur spielen. Die reproduktive Funktion der Familie ist nicht ausschließlich mit dem Geschlechtsakt verbunden, dieser ist nur ein biologisches Faktum, welches die Reproduktion ermöglicht, deshalb kann es nicht nur darauf reduziert werden. Sex kann Auswirkungen auf unsere Beziehungen, Familie, Umgebung haben, bei der Kindererziehung spielt er jedoch keine Rolle. Dabei zählen viel mehr persönliche Qualitäten, die nicht mit der sexuellen Orientierung verbunden sind.

 


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Irgendwo im Hintergrund eröffnet sich eine Frage, die wir nur schwer stellen. Stimmen wir als Gesellschaft zu, dass die Kinderproduktion in die Hände der Wissenschaft, der Biologie und Medizin fällt, akzeptieren wir die Tatsache, dass die Familie nicht mehr das Hauptreproduktionsorgan sondern nur noch ein Erziehungsorgan ist? Sind wir bereit darauf, dass die Medizin lebende Wesen erschafft, die zur Erziehung den besten Erziehern zugeteilt werden? Diese Fragen sind berechtigt, jedoch bleiben sie, ich betone es noch einmal, unethisch und dürfen nicht vom Standpunkt der Vergangenheit oder Furcht vor der Zukunft aus, beurteilt werden. Einige neigen zum Vorschritt und Veränderungen, andere sind Befürworter der Tradition, Sicherheit und Erprobtheit.


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