Swinger sind glücklicher als monogame Menschen

5.07.2011 | T. P.

Paare, die swingen, sind auch in langjährigen Beziehungen überaus glücklich. Faszinierend, oder nicht?

 

 

Swinger glücklicher

Die Chancen, dem anderen fremdzugehen, liegen bei 73 %. Wieso dann nicht gleich Swinger werden? (PhotoXpress)

 

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Das Swingen

In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Partnertausch im englischen Sprachraum „wife swapping“ (Frauen-Tausch) genannt. Heutzutage wurde dieser Ausdruck durch einen neutraleren ersetzt, dem Swingen. Männer und Frauen sind gleichberechtigt, der sexuelle Wunsch ist bei beiden gleich ausgeprägt. Die Rollen sind sogar vertauscht, beim Swingen haben Frauen die Kontrolle, nicht die Männer, sie haben das Sagen und bestimmen die Spielregeln. Im gegenseitigen Einvernehmen beschließen die Partner, die vorhandenen gedanklichen Grenzen zu brechen und sich gegenseitig bei der Befriedigung des körperlichen und psychischen Genusses gemäß den eigenen Bedürfnissen nicht im Weg zu stehen. Eine Studie aus dem Jahr 2000, die im Januar 2009 von Dr. F. Fernandez vom Barton College korrigiert und erneut durchgeführt wurde, bietet ein paar interessante Ansatzpunkte, die zum Weiterdenken anregen.

Grob geschätzte Angaben:

Angaben zu den Paaren und dem Status

Status: 89,4 % verheiratet oder in einer langjährigen Beziehung
Anzahl der Ehen: 1,5
Dauer der Beziehung: 10,5 Jahre
Wie viele Jahre sind sie schon Swinger: 5
Glück: 78,5 % finden, „sehr glücklich“ in der Beziehung zu sein (allgemeine Population 64 %)

Das Glücklichsein vor/nach dem Beginn mit Swingen

Vor:                                      Jetzt:

Unglücklich                            90,4 % sind glücklicher
Etwas unglücklich                 81,1 % sind glücklicher
Glücklich                                69,6 % sind glücklicher
Sehr glücklich                        49,7 % sind glücklicher
 

Das Alter der Swinger

Durchschnittsalter der Männer, als sie mit dem Swingen begonnen haben: 31,4
Durchschnittsalter der Frauen, als sie mit dem Swingen begonnen haben: 35,2

Durchschnittliche Schulausbildung beträgt 14 Jahre, politische und religiöse Ansichten sehr verschieden, 75,9 % können sich mit dem Slogan identifizieren „das Leben ist ein Abenteuer“. (im Vergleich zu 45,7 % der restlichen Population)

Schätzungen zufolge leben ungefähr 50 Millionen Menschen ein Swingerdasein. Adult Friend Finder, die älteste und größte Swingerwebsite im Internet, hat mehr als 27 Millionen Mitglieder. Jeden Tag kommen um die 20.000 neue Mitglieder hinzu. Kasidie, das größte soziale Netzwerk für Swinger im Internet, gibt zwar keine genauen Zahlen preis, bestätigt jedoch, dass diese nur einen kleinen Teil der Swingergemeinschaft weltweit ausmacht.

Rechtfertigung für das Swingen (obwohl man eigentlich keine braucht)

Das Swingen ist eine nicht monogame sexuelle Aktivität, die wie jede andere ähnliche Aktivität, der Paare nachgehen, verstanden werden kann. Emotionale Monogamie, die Liebesbeziehung zu einem Partner bleibt gleichbedeutend. Das Swingen bedarf gegenseitiges Einverständnis und Kommunikation. Obwohl Swinger zu anderen Paaren oft eine freundschaftliche Beziehung aufbauen, erlauben ihnen die Verhaltensregeln keine emotionalen Anhänglichkeiten. Obwohl das Swingen den Sex mit einer dritten Person einschließt, stärkt dieser in der Regel die partnerschaftliche Bindung und das Sexualleben des Paares. Den Partnern ist die Möglichkeit gegeben, ihre Fantasien frei zu entfalten, da durch den natürlichen Wunsch nach sexueller Abwechslung die negativen Emotionen, die Versteckspiele und die Unehrlichkeit beiseite gelegt werden können. Weil kein Bedürfnis nach Fremdgehen aufkommt, entwickeln sich die Offenheit und das Vertrauen in der Beziehung auf einer ganz anderen Ebene. Die Offenheit auf der Gefühlsebene wird gänzlich ohne die belastende Eifersucht aufgebaut.

Zum Schluss noch eine Interessantheit. In Gesellschaften, in denen die Monogamie als Norm verstanden wird, haben 73 % aller Männer und Frauen gestanden, mindestens einmal im Leben ihren Partner betrogen zu haben. (Schmitt, 2005). Es ist mehr als offensichtlich, dass wir Menschen keine monogamen Wesen sind, deswegen ist es an der Zeit, den sozialen Rahmen endlich zu verändern.

 

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