Über die Sexfantasien der Männer bei Kinsey!
Dr. Charles Kinsey hat unter anderem auch untersucht, wie oft, wie intensiv und worüber Männer und Frauen fantasieren.
Kinsey kam zur Schlussfolgerung, dass Männer viel öfter an Sex denken als Frauen. (jlp)
Dr. Charles Kinsey fand heraus, dass 90 % der Männer bei der Selbstbefriedigung sexuelle Fantasien haben, wogegen das nur bei 50 % der Frauen der Fall ist. Außerdem fand er heraus, dass Männer meistens von unerfüllten oder unterdrückten Wünschen fantasieren, Frauen hingegen von vergangenen angenehmen sexuellen Erfahrungen. Vielleicht ist für diese Diskrepanz zwischen der männlichen und weiblichen Natur die bunte und große Auswahl an Zeitschriften schuld, deren Bild- und Textmaterial eher die männliche Fantasie ansprechen, wogegen solcherlei Literatur für Frauen nur beschränkt vorhanden ist.
Zu welchen Schlussfolgerungen kam Kinsey?
Als Kinsey und seine Mitarbeiter die Studien durchführten, gab es natürlich nicht so viele Zeitungen und Zeitschriften, deren Absicht es war, die männliche sexuelle Fantasie anzuregen. Aber trotzdem waren ihre Schlussfolgerungen sehr aufschlussreich. Durch das Beobachten eines Striptease wurden 62 % der Männer und 14 % der Frauen erregt. 77 % der Männer gaben zu, dass sie durch Bilder eines Geschlechtsaktes erregt werden, wogegen dies nur bei 32 % der Frauen der Fall war – zahlreiche Frauen sagten auch aus, dass sie solche Bilder beleidigend finden.
Wenn sich die Menschen früher bis zur Hochzeit aufgespart haben, dann ist heute gerade das Gegenteil der Fall. (jlp)
Werden Männer durch jede Kleinigkeit erregt?
Die meisten Männer, die je die Möglichkeit hatten, ein Paar beim Geschlechtsverkehr zu beobachten, sagten aus, dass sie der Anblick erregte, wogegen Frauen nicht allzu sehr davon berührt wurden. Mehr Frauen als Männer (48 % gegen 36 %) gaben jedoch an, dass sie durch die Szenen in den Werbefilmen erregt werden. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass früher auf die Sexualität eher angedeutet wurde, kommerzielle pornografische Filme gab es zu der Zeit noch nicht. Der Anblick der männlichen Genitalien erregte weniger als 50 % der Frauen, zahlreiche von ihnen waren geradewegs verblüfft über die Tatsache, dass einer Frau so etwas überhaupt passieren kann. Der Anteil von Männern, die durch den Anblick weiblicher Genitalien erregt wurde, lag weit über 90 %.
Kinsey: „Der Mann wird allein durch den Gedanken an Sex erregt.“
Die Feststellungen bekräftigen nicht nur die Annahme, dass die männliche Sexualität von psychologischen Stimulatoren abhängig ist, sondern sie zeugen auch davon, dass der Mann allein durch den Gedanken oder den Anblick einer Frau erregt wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist diese Eigenschaft der männlichen Sexualität für so manche Streiterei des Paares verantwortlich, die einfach vermieden werden könnte, wenn sich Frauen diese Tatsache zugestehen könnten.
Kinsey sagt, dass im gegenseitigen Verständnis auch der Schlüssel für dieses Problem steckt. (jlp)
Wo liegen nach Kinsey die Ursachen?
Es gibt mehrere Thesen:
1. die männliche Sexualität ist stärker ausgeprägt als die weibliche
2. die moralischen Bedenken sind bei Frauen stärker verwurzelt
3. die unterschiedliche Geschlechterrolle bei der Fortpflanzung
4. die unterschiedlichen physiologischen Voraussetzungen.
Eine einheitliche Meinung über dieses Phänomen existiert bisweilen nicht. Die Sexologen sind sich jedoch darin einig, dass Männer viel mehr sexuelle Fantasien haben. Durch die Geschichte hat sich aber auch die weibliche Fantasie von den Fesseln der männlichen Dominanz befreit. Wieso dem so ist, darüber sind sich die Sexologen nicht im Klaren, nur wenige geben aber offen zu, dass sie die Ursachen nicht kennen.
Am wichtigsten ist es, dass diese Tatsache von beiden Geschlechtern aufgenommen wird. Männer sollten wegen ihrer sexuellen Fantasien keine Schuldgefühle quälen oder gar glauben, sie lieben ihre Partnerin nicht genug. Andererseits sollten auch Frauen nicht das Gefühl haben, ihr Partner würde sie nicht akzeptieren oder sie hintergehen, wenn sie herausfinden sollten, dass er erotische Fantasien hat und genießt. Kinsey erwähnt in seinen Unterlagen auch Frauen, die die Scheidung eingereicht haben, weil sie zuhause pornografische Fotos gefunden haben. Seiner Meinung nach beweist das lediglich, wie tragisch die Folgen der Unwissenheit über die Grundeigenschaften der menschlichen Sexualität sein können.

































