Vibratoren wurden einst verwendet, um hysterische Frauen zu behandeln

3.01.2012 | Izabela M

Erfahren Sie, wofür Vibratoren einst angewendet wurden und wann es sie ins Schlafzimmer verschlug.

 

 

Geschichte des Vibrators 1Der Vibrator ist heutzutage ein fast unumgängliches erotisches Spielzeug einer jeden Frau. (PhotoXpress)
Geschichte des Vibrators 2Im Rahmen der Behandlung von Hysterie und Neurasthenie wurde bei Frauen die Hydrotherapie angewendet.
Geschichte des Vibrators 3Männer, die zu übermäßigem Onanieren neigten, wurden ihres Lasters mithilfe eines Seils entledigt.
Geschichte des Vibrators 4Der erste Handvibrator aus dem Jahr 1902.
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Geschichte des Vibrators 1
Geschichte des Vibrators 2
Geschichte des Vibrators 3
Geschichte des Vibrators 4

 

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Vulvamassage bei hysterischen Patientinnen

Obwohl diese Methode bis zur Ära des Hippokrates zurückverfolgt werden kann, hat sie sich im 19. Jahrhundert nach Christus als eine sehr erfolgreiche Methode zur Behandlung von Hysterie und Neurasthenie (Neurose oder nervliche Erschöpfung) bewehrt. Die Vulvamassage hatte keinen sexuellen Zweck. Der Vorgang lief ziemlich langsam und in Ruhe ab und war ziemlich langweilig. Die Massage wurde so lange angewendet, bis die Patientin den finalen Gefühlszustand erreicht hat, der darauf hinwies, dass sich die Symptome von Hysterie und Neurasthenie gelegt hatten. Natürlich war diese Behandlungsmethode bei den Patientinnen sehr beliebt, darum suchten einige die Arztpraxis jede Woche auf. Dies war für die Praxen eine reiche Einnahmenquelle. Da der Handweg zu anspruchsvoll und zehrend war, oft auch ein länger dauernder Vorgang, sattelte man auf die Hydrotherapie um. Der Genitalbereich der Frauen wurde gar mit Wasserstrahlen massiert.

Im Jahre 1880 erfand ein britischer Arzt den elektrischen Vibrator, der zum Behandlungszubehör jeder psychiatrischen Praxis zählen sollte. Die Patientinnen sollten innerhalb von 10 Minuten beruhigt werden können. Als Frauen Vulvamassagen genießen durften, wurde für männliche Patienten, die zum übermäßigen onanieren neigten, eine besondere Behandlungsmethode entwickelt. Man band ihnen die Beine so fest zusammen, dass sie nicht frei masturbieren konnten. Manchmal wurden aber auch männliche Patienten mit Vibratoren behandelt.

Der Vibrator dringt in die Schlafzimmer vor

Natürlich sahen Hersteller von verschiedensten Geräten die Gelegenheit, Vibratoren auf den Markt zu bringen, die man per Hand zuhause anwenden könnte. So patentierte das Unternehmen Hamilton Beach aus dem amerikanischen Racine, im Bundesstaat Wisconsin, im Jahre 1902 den ersten Vibrator für den Hausgebrauch.

Bis 1917, und später bis zum Anfang des Zweiten Weltkriegs, stieg der Verkauf von Handvibratoren stark an und im gleichen Maßen auch ihre Beständigkeit und Qualität. In den 20er Jahren des 20. Jahrhundert tauchten zahlreiche Fotos und Filmaufnahmen auf, die dieses Hilfsgerät und seine Anwendungsweisen auch der Öffentlichkeit zur Schau stellten. Der bekannteste Film aus jener Zeit ist The Nun's Story (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film Die Geschichte einer Nonne aus dem Jahr 1959).

Vibratoren gewinnen an Popularität

Zwischen den 1950ern und den 1970ern blühte die Werbung für Vibratoren zum Hausgebrauch wieder auf. Alle Werbesprüche und Werbespots waren doppeldeutig. Die Werbungen zeigten vibrierende Haarbürsten, Staubsaugerzubehör, Nacken- und Rückenmassagegeräte und verhüllten zur selben Zeit geschickt den wahren Verwendungszweck. Dank feministischer Ideen und der reaganschen Politik gewannen Vibratoren in den USA noch zusätzlich an Popularität. Im Jahre 1973 begann Betty Dodson nämlich die ersten Masturbationsgruppen für Frauen zu organisieren, die dem zarteren Geschlecht die neuartige Technologie näher bringen sollten und die Damen dazu zu ermutigen, sie selber anzuwenden. Sie brachte das Buch Sex for One: Die Lust am eigenen Körper heraus, das später in acht Sprachen übersetzt wurde. Noch im gleichen Jahr wurde in New York der erste Sexladen eröffnet, der Eve’s Garden. Da sich die HIV-Epidemie immer weiter ausbreitete, nahm sich die reagansche Politik der Projektaktion für Sicheren Sex (Safe Sex) an. Haushalte wurden mit Flugblättern überhäuft, die im Rahmen des Vorbeugens von AIDS für den Gebrauch von Vibratoren warben.

Vibratoren heute

Natürlich gibt es heutzutage weniger Tabus im Bezug auf den Gebrauch von Vibratoren. Sie werden heute als alltägliches Spielzeug für Erwachsene und als Hilfsmittel für Paare angesehen, die damit hin und wieder ihr Sexleben etwas schärfer gestallten. Sie werden auch ständig im Rahmen von Erotikveranstaltungen und Museumsausstellungen zur Schau gestellt. Wir kennen sie in den verschiedensten Formen und Farben, und jeder Frau wird freigestellt, sich das Gerät mit der ihr liebsten Kombination von Funktionen auszusuchen. Der beliebteste ist immer noch der Häschenvibrator, der Frauen rund um die Welt in geilste Verzückung bringt. Seinen ersten und größten Auftritt feierte er im Rahmen der Sensationsserie Sex and the City, wo er auch die an sich sexuell eher konservative Charlotte ganz für sich gewann.

 

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