Virtueller Sex birgt so seine Gefahren

6.03.2010 | Alexander F.

Auf den ersten Blick erscheint virtueller Sex harmlos, führt aber mit der Zeit so manchen in den Teufelskreis der Abhängigkeit.

 

 

Könnten Sie sich virtuellen Sex mit ihr vorstellen? (jlp)
Könnten Sie sich virtuellen Sex mit ihr vorstellen? (jlp)

 

Der sprunghafte Anstieg der Anzahl von Internetnutzern ist überwältigend. Noch vor dem Jahr 1993 war nur eine Handvoll der Weltbevölkerung "online", und auch das größtenteils im Rahmen von Laboratorien- und Universitätsnetzwerken. Das Magazin Computerworld hat schon zum Einbruch des neuen Jahrtausends 94 Millionen Internetnutzer gezählt, gleichzeitig ist aber auch die Anzahl jener gestiegen, für die virtueller Sex an erster Stelle stand. Und wenn die Lust dermaßen steigt, dass sie in der nicht virtuellen Umgebung zum Störfaktor wird, kann die Situation ziemlich peinlich werden. Eines steht also fest: virtueller Sex birgt so seine Gefahren.

Wenn die Ergänzung zum Ersatz wird

Viele von uns gelten als "rekreative Nutzer" erotischer Internetseiten. So wie Sie schon öfters im Leben beim Heurigen mit ihrer Runde einen getrunken haben oder mal im Casino Ihr Glück versuchten. Die Wirkung dessen ist harmlos, solange man es nicht übertreibt. Wenn jedoch Übertreibung einsetzt, führt sie nicht selten in den persönlichen Ruin. Das kann passieren, wenn es im Kopf "klick" macht, und zwar im Sinne der nicht bewussten Überleitung von "Ergänzung zum Ersatz". Die übertriebene Verflochtenheit mit der virtuellen Welt in der virtueller Sex an erster Stelle steht, führt auf jeden Fall zu nichts Gutem. Warum? Ihre Gedanken werden mit den Abbildern digitalisierter Frauen durchflutet, was zu Problemen bei der "Optimierung" Ihres "Arbeitsgeräts" führen kann. Wenn Ihnen die Sache dann völlig entgleitet, befinden Sie sich in der gleichen Verfassung wie ein Kokainabhängiger – alles wird dem eigenen Vergnügen untergeordnet.

 

Lassen Sie sich nicht vom virtuellen Sex nicht übermannen! (jlp)
Lassen Sie sich nicht vom virtuellen Sex nicht übermannen! (jlp)

 

Virtueller Sex raubt Pornografieabhängigen jegliches Gefühl für das Intime

Unterschätzen Sie die Frauen nicht. Sie werden ziehen schnell ihre und kommen bald darauf kommen, dass Sie beim Sex mit ihnen die digitalisierten Abbilder und Stellungen einbringen wollen, die virtueller Sex zum Teil Ihrer gedanklichen Innenwelt machte. Das sollte eigentlich kein Problem sein, wenn sie die sich neben Ihnen befindliche Frau an erster Stelle steht und nicht bloß ein Ersatz aus Fleisch und Blut ist, durch den Sie die virtuellen pornografischen Inhalte lebendig machen wollen. Ein Pornografieabhängiger soll sich durch seine Unfähigkeit intimer Empfindung sowie auch durch die Tatsache zu erkennen geben, das er den Körper als Objekt betrachtet. Virtueller Sex ist oft der Grund dafür.

 

In der virtuellen Welt ist sie ein wirklich Steiler Zahn, aber auch in der Realität? (jlp)
In der virtuellen Welt ist sie ein wirklich Steiler Zahn, aber auch in der Realität? (jlp)

 

Der Teufelskreis namens virtueller Sex

Die Fantasien des von virtuellem Sex Besessenen dringen immer wider in seine Realität ein und stören seinen Tagesablauf. Er kann dieses fantasiegeladene Empfinden jedoch nicht befriedigen, obwohl er denkt, dass er dies könnte, da er Befriedigung mit der Leichtigkeit des Klicks gleichsetzt, zu der ihn virtueller Sex verleitet.  Die Vernunft wird ausgeschaltet und negative Folgen treten ein. Die Folgen erleidet die Frau, die sich erniedrigt und betrogen fühlen könnte, obwohl sie zur gleichen Zeit alles versuchen möge, um sich für Sie „schmackhafter“ als die von Ihnen idealisierte Pornoschauspielerin zu machen, die bloß „spielt“, um Sie zu ködern. Das heißt, dass Sie von der unechten Figur an der Nase herum geführt werden. Dauert der Prozess des Missachtens und der schlechten Behandlung Ihrer Partnerin an, kann dies die Beziehung beenden. Und das bloß aufgrund des zahlungspflichtigen Internetangebots, dass den Himmel verspricht, aber auch die Hölle anbieten kann. Beachten Sie folgendes: virtueller Sex wurde in erster Linie als eine (nie versiegbare) Einnahmequelle konzipiert!

Die Umsetzung von virtuellem Sex ins eigene Schlafzimmer

Eine Äußerung in diesem Sinne wäre „Sex auf meine Weise oder Ebbe“. Studien zeigen, dass der Zustand zum Zeitpunkt solcher Aussagen schon alarmierend ist und das Risiko von Stress und Depression als Folge von Gefangenheit in der Virtualität steigt. Im Durchschnitt surfen Männer, die virtueller Sex völlig vereinnahmte, täglich über 12 Stunden durch Pornoseiten. Die meiste Zeit verbringen sie in Chat-Rooms, im Video-Chat, beim Herunterladen von Videos und Bildern sowie auch mit dem versenden von E-Mails mit erotischem Inhalt.

Der Australier Marcus Squirrell, seines Zeichens Doktorand an der Swinbourne University of Technology in Melbourne, stellte fest, dass man durch das Publikmachen und besonders durch das Erforschen dieser Erscheinung (womit virtueller Sex gemeint wird) versuche, den kompletten mentalen Chaos jener aufzuzeigen, die der Pornografie übermäßig verfallen sind. 27 % der in der Studie erfassten Männer wurden als depressiv und 35 % als besonders stark an Stress leidend eingestuft. Als einen zusätzlichen Grund für das Aufkeimen solcher Situationen hebt Squirrell, eher als Missachtung an sich, den Mangel an aktivem sozialem Verhalten hervor, was er als sogenannte Abgesondertheit bzw. Asozialität, deren Eigenschaften stark denen eines Labyrinths gleichen bezeichnet. Es wäre auch möglich, dass gerade aufgrund von Stresssituationen im wahren Leben nach Kompensation durch virtuellen Sex gesucht wird, um den Stress des Daseins zu mindern.

 

Schwarz-Weiß war zwar mal In, aber live und in Farbe macht sicherlich mehr Spaß! (jlp)
Schwarz-Weiß war zwar mal In, aber live und in Farbe macht sicherlich mehr Spaß! (jlp)

 

Abschließend ist hervorzuheben, dass virtueller Sex als bestehende Entität nicht der Ursprung aller Probleme ist, sondern der Nutzer selbst, der seine Gedanken nicht im Zaum halten kann. Um Problemen vorzubeugen, halten Sie ihren Kopf an der richtigen Stelle und lassen Sie ihn nicht durch die Strahlung des Computermonitors braten. Und noch etwas: Das gilt für beide Köpfe, den virtueller Sex könnte beide für immer und ewig aussaugen!

 

Übersetzungen

SLO | HRV | ENG | DEU | RUS

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