Warum küssen Menschen einander?
Es gibt Theorien, nach denen Männer nur aus dem Grund küssen sollen, da sie dieses an das Nuckeln an der Mutterbrust erinnert. Was meinen Sie?
Einige interpretieren den Kuss als die Art des Übernehmens jenes „Magischen“, das sich im Atem einer geküssten Person verbirgt. (PhotoXpress)
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Wo kommt das Küssen her?
1. Abhängigkeitstheorie: Dieses klingt, als ob es sich um eine Art Verschwörungstheorie handeln würde, da wir gemäß dieser Theorie von einem bestimmten chemischen Stoff abhängig sein sollen, der vom menschlichen Körper eigens produziert und durch unsere Lippen ausgestoßen wird. Nach der angesprochenen Theorie sollen wir einander nur deswegen küssen, um eine entsprechende Dosis dieser chemischen Substanz aufzunehmen. Dies könnte auch als Urabhängigkeit bezeichnet werden.
2. Der Atemglaube: Eine um einiges elegantere Theorie, die jedoch eher unglaubwürdig klingt, gründet auf einem wundervollen Glauben. Dieser Theorie nach haben Menschen in längst vergangener Zeit daran geglaubt, dass der Atem die Seele und die Kraft jedes Einzelnen in sich trägt. Beim Küssen den Atem auszutauschen bedeutet nichts anderes, als die "Ehe zweier Seelen" zu besiegeln. Ein überaus romantischer Gedanke, den Sie im Zuge des Verführens gerne zu Erfolgszwecken einsetzen können.
3. Das Schnüffeln am Hinterteil: Eine Vielzahl an Anthropologen vertritt die Meinung, dass das Küssen nichts anderes ist als die menschliche Art des den Tieren eigenen gegenseitigen Schnüffelns am Hinterteil. In beiden Fällen handelt es sich um Begrüßungsformen und beides soll auf das Gleiche hinausgehen. Vom kommunikativen Aspekt gesehen gilt, dass das Küssen einer fremden Person für uns nicht annähernd soviel bedeutet, wie jemanden zu Küssen , mit dem wir vertraut sind.
4. Sexuelle Pheromone: Vielleicht macht die "Schnüffeltheorie" trotzdem irgendwie Sinn, wenn wir die Tatsache berücksichtigen, dass im Zuge der Evolution der Mensch eine Vielzahl an Urinstinkten und natürlichen Fähigkeiten eingebüßt hat. Alle Arten von warmblütigen Tieren (sowie auch viele Fischarten) stoßen chemische Stoffe durch ihre Haut aus. Pheromone führen zu einer unmittelbaren Reaktion beim anderen Geschlecht.
Wenn zum Beispiel ein Lachsweibchen bereit ist, seine Eier abzulegen, schwimmt es an einem paarungsbereiten Männchen vorbei, das alle Hindernisse überqueren wird, um sich den Weg zum Weibchen zu bahnen. Wir sprechen dabei ausschließlich über Pheromone beziehungsweise über "Duftstoffe", die dazu führen, dass der männliche Gegenpol völlig wild wird.
5. Das Berühren der Brust: Theorien, die auch eher unwahrscheinlich erscheinen, beinhalten überholte Überzeugungen über ständiges Wiederkehren zur weiblichen Brust. Das weckt in uns den Gedanken, dass der Kuss nur eine Momentaufnahme sein soll, die uns völlige Wonne beschert, die wir als Säuglinge an der Mutterbrust verspürten. Damals war Nahrung jenes, was Liebe bedeutete.
Schon von Anfang an sind es also die Lippen, die uns die primärste Art und Weise des Kommunizierens miteinander ermöglichen. Ohne "saugend" küssen zu können, würden wir Hunger verspüren und uns ungeliebt fühlen.
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