Wie verbreitet ist Zoophilie heute?

24.10.2010 | Katie M.

Zoophilie bedeutet, buchstäblich übersetzt, Liebe zu Tieren. Doch leider handelt es sich bei Zoophilie um alles andere als nur Liebe.

 

 

Zoophilie

Zoophile vergreifen sich oft an ihren Haustieren.

 

Mehr über Zoophilie finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!

 

Das Leben des Menschen ist durch seine ganze Geschichte eng mit Tieren verbunden. Einerseits hält er sich Haustiere, die ihm die Zeit vertreiben und ihm Liebe und Wärme geben, andererseits ist er von Tieren lebensabhängig, da sie für ihn das Feld bearbeiten und als Nahrungsquelle dienen. Und falls in dieser Hinsicht die Liebe zu Tieren nichts Neues oder Besonderes darstellt, gibt es da noch eine andere Liebe zu Tieren – die Zoophilie. Zoophilie bedeutet die sexuelle Hingezogenheit zu Tieren oder den sexuellen Verkehr mit Tieren.

Frühe Forschungsarbeit im Bereich Zoophilie

Über die Zoophilie als sexuelles Verhalten sprach als Erster der deutsch-österreichische Sexologe und Psychiater Richard von Krafft-Ebing im Jahr 1986. In seinem Werk mit dem Titel Psychopathia sexualis beschreibt er die sexuelle Anziehungskraft, die manche Menschen gegenüber Tierhaut und Pelz verspüren.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff Zoosadismus für Menschen eingeführt, die gewalttätige Handlungen an Tieren verüben und genießen. Die extremste Form von Zoosadismus heißt Nekrozoophilie. Mit diesem Fachbegriff wird sexueller Verkehr mit einem Tier beschrieben, bei dem das Tier umgebracht wird bzw. der Verkehr zum Tod des Tieres führt. Doch der Begriff Zoosadismus kann nicht mit dem Begriff Zoophilie gleichgesetzt werden, da erster unvergleichlich brutaler ist und alle Arten von Folter mit sexueller Komponente beinhaltet.

Heutzutage unterscheidet die Fachwelt, einschließlich Dr. Stephanie LaFarge, Psychiatrieprofessorin an der New Jersey Medical School, zwischen Zoophilie und Bestialität. Während mit Zoophilie lediglich die Liebe zu Tieren bezeichnet wird, die sich in Träumereien von Sex mit einem Tier artikuliert, bezeichnet der Begriff Bestialität den eigentlichen Geschlechtsverkehr mit Tieren und andere Verkehrsformen der sexuellen Befriedigung.

Wie verbreitet ist Zoophilie in unserer Gesellschaft?

Der berühmte Kinsey-Report auf den 60ern des 20. Jahrhunderts führt an, dass Zoophilie bei 8 % der männlichen und 4 % der weiblichen Bevölkerung vorkommt. Diese Angaben sind eng mit dem hohen Anteil der ländlichen Bevölkerung zu der Zeit verbunden, weswegen in den 70ern durch die fallende Anzahl der Landbewohner auch die Zoophilie zurückging. Den neuesten Erkenntnissen zufolge sollen ungefähr 4 % der Männer und 1 % der Frauen zoophile Neigungen aufweisen. Im Jahr 1982 haben Crepault und Couture anhand einer Studie herausgefunden, dass während eines heterosexuellen Geschlechtsverkehrs ganze 5 % der Männer von Sex mit einem Tier fantasieren. Zu potenziellen Zoophilen werden auch Menschen gezählt, die es genießen, zwei Tiere bei der Kopulation zu beobachten.

Zoophilie ist verboten!

Obwohl der sexuelle Verkehr mit Tieren gar nicht so selten vorkommt, gilt Zoophilie in manchen Staaten der Welt als verboten. Gänzlich illegal ist Zoophilie in den Niederlanden, Kanada, Australien und den meisten Staaten der USA. In Großbritannien ist lediglich Geschlechtsverkehr mit Penetration verboten, während in Belgien, Russland und Deutschland bestimmte Sexualpraktiken erlaubt sind. Pornografie mit Tieren ist auch verboten.

 

Mehr über Zoophilie finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!

 

 


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