Wir öffnen die Akte: ZOOPHILIE
Wie weit geht die Liebe des Menschen zu Tieren? Schon mal von Zoophilie gehört - früher magisch, heute verboten?

In der Antike galt Zoophilie als magische sexuelle Vereinigung zwischen Mensch und Tier. (jlp)
Was ist Zoophilie?
Zoophilie oder Sodomie wird zu den tabuisiertesten Sexualpraktiken gezählt, über die man aus der Kultur-, Kunst- und Genregeschichte weiß, dass je größer sie sind, desto mehr Vergnügen sie dem Menschen bereiten, sie zu brechen. Die Zoophilie ist so alt wie die Menschheit, die meisten Beispiele findet man in den antiken Mythen und Geschichten, in denen sich die Götter den gewöhnlichen Sterblichen in einer ganz bestimmten Tiergestalt näherten. Erinnern wir uns an Leda, die von Zeus in Gestalt eines Schwans Besuch bekommt, und an Zeus Geliebte Io, die mit einem Stier ein Verhältnis hatte, in den sich Zeus auch verwandelte, als er Kadmos Schwester Europa raubte und nach Kreta brachte. In der Antike galt Zoophilie als magische sexuelle Vereinigung zwischen Mensch und Tier, die einzigen, die in dieser heiligen Beziehung zur Zeugung einer Nachkommenschaft fähig waren, waren ihre Götter.

Schafe sind häufig der Lust von zoophilen Hirten ausgesetzt. (jlp)
Kinsey und die Zoophilie
Durch die Entwicklung der Psychoanalyse wurde auch das eingehende Untersuchen der menschlichen Sexualität angeregt. Alfred Kinsey (1894-1956), ein amerikanischer Biologe und einer der Pioniere in diesem Bereich, widmete sich in seinem berühmten Bericht, der in der konservativen amerikanischen Öffentlichkeit für tektonische Bewegungen sorgte, auch der Zoophilie, da er unter den ungefähr 20.000 Befragten auf fast hundert Amerikaner und Amerikanerinnen stieß, die schon mehr als dreimal in ihrem Leben einen Orgasmus durch Kontakt mit einem Tier erlebten. Kinseys Feststellungen zufolge herrschen in dieser Gruppe Männer vor, die meist aus dem ruralen Umfeld kommen, während Zoophilie auf heranwachsende Jugendliche beschränkt sein und enden sollte, wenn diese eine sexuelle Beziehung mit einer Person des anderen oder des gleichen Geschlechts aufbauen. Kinsey ist der Meinung, dass der Mensch sexuellen Kontakt mit einem Tier sucht, weil er neugierig ist, oder er keine andere Möglichkeit hat, seine Bedürfnisse zu befriedigen.

Es sollte nicht vergessen werden, dass Cicciolina mit einem Pferd verkehrte. (jlp)
Weitere Untersuchungen im Bereich Zoophilie
Richard Krafft-Ebing (1840-1902), ein deutscher Psychiater, Neurologe und Gerichtsmediziner, Professor an der Universität Wien, der im Jahr 1886 sein bekanntestes Buch, Psychopathia Sexualis, veröffentlichte, in dem er als Erster sexuelle Abweichungen systematisierte und versuchte, sie wissenschaftlich zu begründen, definierte die Zoophilie als eine Fetischform, die aus der angeborenen Überempfindlichkeit der Tastnerven hervorgeht. Oder anders ausgedrückt, das Streicheln von Haustieren kann bei einer psychisch unreifen Person mit einem zu früh entwickelten sexuellen Verlangen eine sexuelle Erregung hervorrufen und zum Koitus führen. Krafft-Ebing ist auch der Autor der Prägung Zooerastie, mit der er Zoophilie von Fällen abgrenzte, bei denen der sexuelle Kontakt mit Tieren auf pathologische Ursachen zurückzuführen ist. Interessant ist auch die psychoanalytische Erklärung der Zoophilie, die behauptet, dass das Tier für den Zoophilen ein entmenschtes Objekt darstellt; der Zoophile empfindet gegenüber dem Objekt der Begierde weder Angst noch jegliche Verpflichtungen. Das Objekt wird sich nicht rächen, wenn es betrogen wird, das Objekt wird keine Drohungen äußern, wenn es verlassen wird. Gerade durch das Fehlen dieser Empfindungen ermöglicht es vollkommene sexuelle Lustempfindungen. Allgemein gilt, dass sexueller Verkehr mit Tieren unausweichlich Ängste auslöst, insbesondere hinsichtlich des gesellschaftlichen Stigmas und der Verhöhnung, besorgniserregend wird sie, wenn sie zur ständigen Form des Sexuallebens wird und die Kontaktaufnahme und den Aufbau von sexuellen Beziehungen zu menschlichen Partnern und Partnerinnen beeinträchtigt. In diesen Fällen kann durch den Abbruch des sexuellen Kontaktes zu Tieren nicht garantiert werden, dass die Beziehung zu Frauen beziehungsweise Männern besser wird.























Kommentare:
"doch ich bin der meinung, dass der mensch NICHT in der lage ist, objektiv zu beurteilen, ob etwas gegen den willen des tieres geschieht oder nicht. abwehr ist nämlich nur ein zeichen der ablehnung."
Stimmt. Auch weggehen, sich abwenden und viele andere kleine Zeichen der Körpersprache sind Zeichen von Ablehnung. Die müssen erkannt und respektiert werden.
[Tiere haben nur Sex zur Fortpflanzung}
Wenn sie gut im Aufklärungsunterricht aufgepaßt haben.... Bis dahin urteilen sie nach ist angenehm oder nicht, wenn ja, dann bitte Wiederholung bei Gelegenheit, wenn nein, dann bitte nicht mehr. Beim ersten Mal ist es wohl wie beim Menschen auch Neugier, mal was ausprobieren.
den verbleich zwischen zoophilie und pädophilie habe ich deswegen gewählt, um zu verdeutlichen, dass auch wenn ein tier sich nicht gleich mit allen vieren wehrt, dass noch lange nicht heißt, dass es darurch seine einwilligung gibt, weil ein eingeschüchtertes kind auch nichts sagt. die letzten traumatischen nachrichten von pädophilen priestern, die in letzter zeit immer mehr werden, sind der beweis.
Aber im Ernst: Wem willst Du erzählen, dass es dasselbe ist, wenn ein Kind von seinem Stiefvater missbraucht wird und Frauchen mal ihren Schäferhund ranlässt?
andererseits kannst du deine meinung frei äußern so wie jeder andere, ich bin der letzte der dich daran hindern würde. ich bin immer nur an den intentionen meiner gesprächspartner interessiert. für die zensur sind ja wohl die betreiber der seite verantwortlich.
ja, youtube, ... hm, nein danke ...
Übrigens stelle ich nur Fragen. Wenn Du irgendwo eine "starke Befürwortung" von mir gefunden hast, muss Du das genauer erklären :) Oder gibt's auf intimatemedicine etwa Denkverbote?
Ihr Kommetar