Emotionaler Betrug

21.07.2011 | T. P.

Es herrscht die allgemeine Auffassung, dass lediglich der sexuelle Kontakt als Untreue gewertet wird. Wie steht es aber mit emotionaler Untreue?

 

 

emotionale Untreue

Emotionale Untreue ist sehr schwer zu definieren. (PhotoXpress)

 

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Wann spricht man von Untreue?

Die Definition der emotionalen Untreue umfasst eine breite Palette an Handlungen, falls auch die Gedanken als eine Handlung angesehen werden. Es ist schwierig, die Untreue zu definieren. Für einige hängt Untreue immer vom Kontext ab, während andere Untreue immer schwarz-weiß betrachten. Die letzteren machen es sich einfach: Hast du mit ihr geschlafen oder nicht, hast du sie geküsst oder nicht? Wenn die Untreue physisch ist, ist die Schuld nachweisbar, obwohl man vielleicht nur gestolpert und dabei direkt in die Arme einer anderen Frau gefallen ist. Der schwarz-weiß-Typ interessiert sich nicht für die Gründe: ob man es wirklich gewollt hat, ob man traurig, betrunken oder irgendwas anderes war. Untreue ist für sie inakzeptabel, man ist selbst schuld und muss selbst die Konsequenzen tragen.

Für manche ist aber alles vom Kontext abhängig. Die Untreue zählt nicht, wenn es im Ausland geschehen ist, wenn man betrunken war oder wenn es nur einmal passiert ist, wenn die Frau einem nichts bedeutet hat und es nur um Sex ging. In einem solchen Fall ist Sex nicht die wesentliche Komponente der Untreue. Demnach befinden wir uns schon in der Grauzone der Untreue. Was ist also das Ausschlaggebende, was der Partner nicht tun darf, was ihn wirklich untreu macht, wenn es nicht der Sex ist?

Die Lüge ist das Wesen der Untreue

Eine mögliche Antwort ist die Lüge. Jede Beziehung beruht auf verschleierten Voraussetzungen und Auffassungen von Liebe. Weil man sich entschieden hat, mit einer bestimmter Person eine Beziehung einzugehen, nimmt man an, dass man dann auf andere potenzielle Partner verzichtet. Zeigt man Interesse für eine andere Person, so hat man die Regel gebrochen. Man akzeptiert die Voraussetzungen der Beziehung nicht mehr. Wenn damit beide Partner einverstanden sind, dann bleiben zwei Möglichkeiten. Sie können entweder den Status ihrer Beziehung neu definieren und das exklusive Recht aufeinander aufgeben, oder sie trennen sich. Es passiert auch, dass einer von den beiden schon am Anfang der Beziehung lügt, weil er sich der Fallen und der Bedeutung einer Beziehung nicht bewusst ist. Er kann entweder unerfahren, dumm oder scheinheilig sein. Deswegen ist es gut zu wissen wie der Partner die Beziehung begreift und was sie, nach seiner Meinung nach, miteinbezieht. Denn die Lüge macht die Untreue aus, sie ist das Wesen der Untreue!

Sophistische Auswege

»Schatz, ich liebe dich. Aber du musst verstehen, dass es auf der Welt Milliarden von Menschen gibt. Wir können nicht erwarten, das perfekte Paar zu werden. Deswegen sollte es beiden klar sein, dass wir uns trennen, wenn einer von uns seinen Seelen verwandten trifft.«

»Schatz, f... dich doch.«

Meistens antworten Frauen nicht so, sondern sie führen das Gespräch in einem liberalen Sinn weiter. Frauen sind sehr gern liberal und verständnisvoll, während Männer sind dermaßen stolz auf ihre Frauen, die endlich die männliche Denkweise verstehen. Dennoch müsste jede kluge Frau ihren Mann, der zweifellos sehr gescheit ist, zur Hölle schicken, und umgekehrt. Hier geht es um eindeutige emotionale Untreue. Die obere Erklärung kann nur von jemanden stammen, der/die keinen Mut und keine Kraft hat. Man kann sein Leben nicht unter der Voraussetzung planen, dass einmal vielleicht der Zufall dazwischenfunken wird (oder wenn Sie daran glauben - das Schicksal, Gott, usw.). Man kann sein Leben nur unter der Voraussetzung planen, dass man in jedem Fall sein Leben mit der auserwählten Person verbringen will. Obwohl einem der Zufall seinen Traumpartner unter die Nase hält, sollte er ihn ablehnen, falls man jemand ist, der zu seinem Wort steht, natürlich. Früher war es die Hochzeit, die verbunden hat, die Institution der Ehe. Heute heiraten die Menschen nicht mehr so häufig, sondern es gibt Beziehungen, die auf dem Versprechen beruhen, dem Partner sein ganzes Leben lang treu zu sein. Aber diese Entscheidung kann die Prämissen des Zufalls nicht mitberechnen. Hinter der Entscheidung der ewigen Treue muss ein Mensch stehen, der mit ihr auch klarkommen kann.

 

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