Wenn der Vater von der Mutter entsorgt wird (Teil 2)
Wie sehen die realen Erfahrungen von Vätern aus, die mithilfe des geltenden Rechts von den Müttern einfach entsorgt wurden?

Douglas Wolfsperger, der Regisseur von Der entsorgte Vater.
Wie kann es sein, dass der Vater durch rechtliche entsorgt wird?
Das Gesetz, das heute vielen Vätern das Leben nicht nur schwer, sondern buchstäblich zur Hölle macht, wurde in einer anderen Zeit verabschiedet. So wie sich die heutige Politik für eine Väterpolitik einsetzt und diese nach hartem Kampf der Durchsetzung bis zum Beschluss als revolutionär beschreiben wird, so war dies auch schon vor heute mehr als dreißig Jahren der Fall. Das in den siebziger Jahren der 20. Jahrhunderts verabschiedete und hochgepriesene Familienrecht hat aus heutiger Sicht katastrophal seinen Sinn verfehlt. Zu der Zeit wurde es für den Extremfall geschrieben. Für den Fall, wenn die Frau nach vielen Jahren qualvoller Ehe einen Seitensprung wagt, dabei erwischt wird und schuldig geschieden wird. Nach altem Recht stünde einer solchen Frau kein Recht auf Unterhalt zu, außerdem bliebe ihr das Sorgerecht für die Kinder verwehrt. Damit einer solchen Frau geholfen wird, hat man entschieden, von nun an nicht mehr nach dem Schuldprinzip, sondern nach dem Zerrüttungsprinzip zu scheiden. Dies bedeutete, dass im Falle einer Scheidung nicht mehr nach dem Schuldigen gesucht wird, sondern man sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der geschiedenen Ehepartner fragte. Was bedeutete das im Klartext für die Frau? Der Frau und Mutter fiel automatisch über die Hälfte des Einkommens des Mannes zu, solange sie sich das Verfügungsrecht über die Kinder sicherte.

Der entsorgte Vater soll der Öffentlichkeit und Justitia die Augen öffnen.
Was tun die „entsorgten“ Väter?
Bestürzende Geschichten über Väter, die sich vergeblich um ihre Kinder bemühen, die vergeblich versuchen das unzeitgemäße und diskriminierende Gesetz irgendwie auf ihre Seite zu kriegen, gibt es zu viele. Hier soll deswegen exemplarisch nur eine Geschichte eines Vaters beschrieben werden, der von der Mutter der gemeinsamen Kinder aufs Schlimmste betrogen wurde. Nach acht Jahren ließ sich seine Frau von ihm scheiden. Als bei Gericht die Frage des Sorgerechts diskutiert wurde, hatte er keine Chance. Diese standen aber auch nicht viel besser, als es ums Besuchsrecht ging. Da die Mutter dem Gericht ihre Sorge mitteilte, der Vater könnte mit den beiden Töchtern zurück in seine alte Heimat fliehen, waren für ihn alle Türen verschlossen. Er konnte noch so sehr beteuern, dass er seine beiden Töchter doch nur ab und zu sehen möchte, es half einfach nichts. Das Resultat? In sechs Jahren hat er seine beiden Töchter nur einmal für wenige Stunden – und sogar das nur vor Gericht in Anwesenheit eines Jugendamtvertreters – sehen dürfen. Der einzige Kontakt, den er zu ihnen hatte, war über Flugblätter, auf denen er ihnen mitteilte, dass er sie lieb hat. Mission „entsorgter Vater“ wurde demnach von der Mutter erfolgreich abgeschlossen.

Der entsorgte Vater ist seit dem 11. Juni in den deutschen Kinos.
Der entsorgte Vater
Obwohl die Zahl der Trennungsväter in Deutschland sehr hoch liegt und ständig am Steigen ist, verwundert es, dass die Öffentlichkeit nur wenig über diese Lage aufgeklärt ist. Dies zu ändern, dazu hat sich Douglas Wolfsperger entschlossen, der endlich das Phänomen des „entsorgten“ Vaters der breiten Öffentlichkeit vorstellen möchte. Und wie? Mit seinem Film Der entsorgte Vater. In Der entsorgte Vater, bei dem Douglas Wolfsperger Regie führte und das Drehbuch schrieb, wird neben der Geschichte von Douglas Wolfsperger, der seine Tochter seit Jahren nicht mehr sehen durfte, auch noch die Geschichte von vier anderen Vätern beschrieben, die alle dasselbe Schicksal teilen – sie alle wurden von der Mutter auf vornehme Weise und legal entsorgt, ihnen wurde der Umgang mit dem eigenen Kind einfach untersagt. Sie alle erzählen ihre traurige Geschichte, als Gegenpart zu ihnen wird auch die Sicht der Dinge seitens einer Mutter dargestellt. So ist Der entsorgte Vater nicht nur ein Film über das neuartige Phänomen, das künstlich vom Gesetz geschaffen wurde, sondern Der entsorgte Vater ist eine Reise durch das Leben machtloser Väter, die nicht mehr wissen, wie sie ihrer Trauer und ihrem Unmut Ausdruck verleihen sollen, um endlich von Justitia erhöht zu werden. Der entsorgte Vater ist seit dem 11. Juni in den deutschen Kinos zu sehen.
Hier finden Sie den ersten Teil des Artikels über das Phänomen des entsorgten Vaters.























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