Wollen Sie wieder ein Kind sein?

9.02.2012 | T. B.

Wenn man in seinen sexuellen Fantasien wieder ein Kind sein will, grenzt das an Infantilismus.

 

 

Infantilismus

Jeder wünscht sich, ab und zu wieder ein Kind zu sein. (PhotoXpress)

 

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Wenn man wieder ein Kind sein will

Die meisten Paare bedienen sich der Kindersprache in Bezug auf die Kosenamen. Am Anfang der Beziehung ist der Partner oft ein „Hasi“, „Schatzi“ oder „Mausi“. Das ist auch völlig normal. Wenn jedoch ein Partner in seinen sexuellen Fantasien wieder ein Kind sein will, dann sprechen wir von Infantilismus. Nach der psychologischen Definition bedeutet Infantilismus soziale und/oder emotionale Unreife. Als sexueller Infantilismus bezeichnet man die Neigung einer Person, sich selbst in sexuellen Fantasien als Kind vorzustellen.

Die Sexualität gibt einem die Möglichkeit, seine geheimsten Fantasien auszuleben. Mit dem richtigen Partner ist alles möglich: jemanden zu bestrafen, bestraft zu werden, klein oder groß zu sein, wieder ein Kind zu sein usw. Ein Mensch, der an Infantilismus leidet, kleidet und verhält sich wie ein Baby, was bei ihm einen besonderen sexuellen Reiz auslöst. So flieht er vor der Realität und muss keine schweren Entscheidungen treffen. Infantilismus darf aber nicht mit Pädophilie verwechselt werden. Infantile fühlen sich nämlich nicht zu Kindern hingezogen, sondern wollen selbst wieder ein Kind sein.

Ich will wieder ein Kind sein, umsorge mich

Infantile leben ihre Neigung durch Rollenspiele aus. Sie wollen Scham und Demütigung erleben. Da sie wieder ein Kind sein wollen, wollen sie auch wie ein Kind umsorgt werden. Der Partner muss sie wie ein Baby behandeln, sie füttern, waschen und anziehen. Der Partner ist oft deutlich älter, damit der Altersunterschied auch so groß wie möglich ist.

Die Grenze zwischen gesund und krankhaft

Wenn die Person eine Grenze zwischen ihrem Bedürfnis, wieder ein Kind zu sein, und dem alltäglichem Leben ziehen kann, dann hat ihre Neigung keinen negativen Einfluss auf ihr Leben, sie bereichert es sogar, und gilt dadurch als „gesund“. Wichtig ist natürlich auch, dass der Partner diese Vorliebe teilt.

Krankhafter Infantilismus wirft dem Betroffenen viele Probleme auf. Extremer Infantilismus macht ein normales Leben unmöglich, krankhaft infantile Menschen können auch keine Beziehungen eingehen. Sie konzentrieren sich nämlich zu sehr auf ihr Bedürfnis, wieder ein Kind zu sein, alles andere ist ihnen egal. Sie suchen einen Menschen, der sie ihr ganzes Leben lang so umsorgt, wie eine Mutter ihr Kind umsorgt. Da sie nicht in der Lage sind, einzusehen, dass keine solche Person existiert, sind sie ihr ganzes Leben lang frustriert. Krankhafter Infantilismus bestimmt also das Leben des Betroffenen.

Wegen sexuellen Missbrauchs ein Kind sein wollen

Nur wenige Infantile wurden in der Kindheit sexuell missbraucht und auch sie selbst missbrauchen keine Kinder, sie wollen die Kinder sogar vor jeglichem Missbrauch beschützen.

 

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