Acht Mythen und Wahrheiten über Analsex (Teil 1)

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11.05.2009 | J. P.

Schaffen wir die unbegründeten Vorurteile und die falschen Vorstellungen über Analsex endlich aus der Welt.


Vorurteile gegenüber Analsex sind eine Sache der Vergangenheit. (jlp)
Vorurteile gegenüber Analsex sind eine Sache der Vergangenheit. (jlp)

Falsche Vorstellungen über die Devianz einer Vorgangsweise werden von verschiedenen legitimen staatlichen und religiösen Institutionen geformt und aufrecht erhalten. Was früher abwegig war, ist heute schon völlig normal und annehmbar, wie zum Beispiel Selbstbefriedigung oder Oralsex. Analsex gilt jedoch trotz erkennbaren Bewegungen innerhalb des menschlichen Gedankenguts größtenteils immer noch als ein auf Mythen gründendes und durch Mythen gestütztes Tabu, obwohl diese „Dachmythen“ der Logik, der Wissenschaft und dem menschlichen Erfahrungsschatz völlig widersprechen, da sie auf falschen Tatsachen und auf Furcht vor dem Unbekannten gründen. Damit uns diese fehlgeleiteten Mythen nicht vom genüsslichen Praktizieren von Analsex abbringen, wäre es angebracht, sich diesen Mythen mal ernsthaft zu widmen, auch wenn sie Analsex einen schlechten Ruf verleihen.

1. Mythos: Analsex wird nur von Prostituierten, Perversen und Spinnern praktiziert.

Wahrheit: Dem Analsex frönt im Allgemeinen jeder, unerachtet seines sozialen Standes, von der süßen sommersprossigen Nachbarin bis zur dreisten Domina in ihrem Verließ. Eigentlich zählen gegenwärtige Studien und Bücher über die Sexualität Analsex nicht mehr zu ausgefallenen oder zu devianten sexuellen Praktiken, wie zum Beispiel Sadomasochismus, Gruppensex, Urinspiele oder Dominaspiele. Analsex kommt in der Regel nach dem Kapitel über Vaginal- und Oralsex. Die Annahme, dass Analsex unnormal beziehungsweise pervers sein soll, gründet auf tief verwurzelten religiösen Vorurteilen, gemäß jenen nur konventioneller Heterosex als normal und natürlich gilt, mit dem ausschließlichen Ziel der Kinderzeugung.

 

Hygiene ist auch beim Analsex äußerst wichtig. (jlp)
Hygiene ist auch beim Analsex äußerst wichtig. (jlp)

2. Mythos: Der Anus ist nicht für sexuellen Genuss geschaffen.

Wahrheit: Jeder Teil unseres Körpers ist eine erogene Zone, die unsere sexuelle Lust zu steigern vermag. Der Analeingang und der Anus sind voll von empfindlichen, hocherregbaren Nervenenden. Das Stimulieren jener durch das Reizen oder durch Penetration kann für Frauen, wie auch für Männer, äußert angenehm sein. Beim Analsex kann man auch die Vagina und den G-Punkt bei Frauen stimulieren, sowie die Prostata und die Peniswurzel bei Männern. Schließlich wird auch der Mund am anderen Ende des Verdauungstraktes nicht ausschließlich dafür benutzt, wofür er „gemacht“ wurde.

3. Mythos: Analsex ist schmutzig und unrein.

Wahrheit: Wenn man die allgemeinen Regeln der Hygiene befolgt, dann ist Analsex überhaupt nicht schmutziger als der traditionelle Sex. Die Mehrheit der Ausscheidungen wird im Darm gelagert, in den Anus gelangt in der Regel nur eine kleinere Menge, die dahin durch das Bewegen des Dickdarms gelangt. Wie bei jeglicher Form von intimer Näherung, ist auch vor dem Analsex zu raten, sich gründlich zu duschen und den Bereich rund um den Anus gut auszuwaschen, wogegen andere besondere Vorkehrungen, wie zum Beispiel das Klistieren, eigentlich nicht notwendig sind. Selbstverständlich sollte man nach dem Analsex seinen Penis gründlich waschen oder ein Kondom überziehen, wenn man mit vaginaler Penetration fortfahren möchte.

4. Mythos: Analsex wird nur von gleichgeschlechtlich gesinnten Männern praktiziert.

Wahrheit: Die Verbindung zwischen Analsex und gleichgeschlechtlich gesinnten Männern quillt aus der tief verwurzelten gesellschaftlichen Homophobie. Dem Analsex frönen alle, ungeachtet ihrer sexuellen Gesinnung und ihres Geschlechts.

 


Analsex ist nicht nur für gleichgeschlechtliche Paare reserviert.
Analsex ist nicht nur für gleichgeschlechtliche Paare reserviert.

 

Obwohl es der Wahrheit entspricht, dass die Mehrheit der gleichgeschlechtlich gesinnten Männer Analsex praktiziert, zeigten gegenwärtige Studien jedoch auf, dass der Prozentsatz jener um einiges niedriger ist, als allgemein angenommen: 50 bis 60 % hatten schon mal Analsex, weniger als 30 % praktizieren Analsex regelmäßig. Bei Gays ist Fellatio beziehungsweise Oralsex die am häufigsten praktizierte sexuelle Praktik. Den Forschungen zufolge sollen etwa 20 bis 45 % aller Frauen Analsex praktizieren, was heißt, dass es an sich keine Beweise dafür gibt, dass irgendeine auf die geschlechtliche Gesinnung bezogene Gruppe viel öfter Analsex praktizieren würde, als vielleicht andere. Aufgrund des sprunghaften Anstiegs des Verkaufs von Analstöpseln könnte man schließen, dass in letzter Zeit vor allem Heterosexuelle am Analsex Gefallen gefunden haben.

Möchten Sie noch mehr über die Verfehlungen und die fehlgeleiteten Überzeugungen in Bezug auf Analsex erfahren? Dann versäumen Sie Teil 2 dieser Serie nicht, der schon ab morgen auf Sie warten wird!

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SLO | HRV | ENG | DEU | RUS

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