Was tun nach einer Vergewaltigung?
Richtiges Verhalten nach einer Vergewaltigung trägt zur Opfertherapie bei und kann helfen, den Täter zu fangen.
Nach einer Vergewaltigung ist es notwendig, rechtzeitig und richtig zu handeln. So steigen die Chancen, dass der Täter gefasst und bestraft wird. (jlp)
Nach einer Vergewaltigung ist das Opfer sowohl psychisch als auch körperlich schwer mitgenommen. Deshalb ist es nach so einem schwerwiegenden Eingriff in die Unantastbarkeit des Körpers wichtig, schnell und überlegt zu handeln. Wenn man Opfer einer Vergewaltigung wird, sollte man nach der Vergewaltigung diese sofort melden und ärztliche Hilfe aufsuchen.
Unmittelbar nach der Vergewaltigung ist es wichtig, die Nerven zu behalten
Die meisten Opfer wollen nach einer Vergewaltigung alles wegwerfen oder abwaschen, was sie an die Vergewaltigung erinnert. Damit begehen sie aber einen großen Fehler. So werden nämlich Beweise vernichtet, die den Täter überführen könnten.
Nach einer Vergewaltigung muss man vermeiden:
- sich die Haare auszukämmen,
- sich zu duschen oder zu waschen,
- sich die Fingernägel zu schneiden,
- sich umzuziehen,
- die Schuhe zu putzen,
- den Tatort aufzuräumen oder zu säubern.
Die Untersuchung beim Arzt ist nach einer Vergewaltigung unumgänglich
Nach einer Vergewaltigung haben die Opfer oft Angst, verurteilt zu werden. Es stellen sich Gefühle von Mitschuld oder Gefühlskälte ein und die Opfer ziehen sich zurück. Für Frauen stellt die Untersuchung nach einer Vergewaltigung durch einen Arzt einen weiteren Eingriff in ihre Intimsphäre dar, deshalb haben sie oft Bedenken. Jedoch ist eine ärztliche Untersuchung mit gynäkologischen Tests und einer Blutuntersuchung nach einer Vergewaltigung sehr wichtig. Bei der Untersuchung können physische Beweise gefunden werden, die für die Täteridentifizierung und -verurteilung verwendet werden können. Außerdem können so innere Verletzungen festgestellt werden, die nach einer Vergewaltigung auftreten können und vom Opfer oft nicht wahrgenommen werden. Der Zugriff zu Informationen bezüglich einer Vergewaltigung ist gesetzlich geschützt, es besteht also keine Gefahr, dass unbefugte Personen Kenntnis davon nehmen könnten. Vom Arzt wird oft auf einen Psychotherapeuten oder Berater verwiesen, der den Opfern bei der Verarbeitung der seelischen Schäden nach einer Vergewaltigung zur Seite steht. Viele Opfer sind der Meinung, dass ihnen die Anzeige der Vergewaltigung bei ihrer Genesung und der Rückkehr in ein normales Leben geholfen hat.
Eine Untersuchung beim Arzt ist nach einer Vergewaltigung besonders wichtig. (jlp)
Mögliche Folgen nach einer Vergewaltigung
Wenn das Opfer keine langfristigen Verhütungsmittel einnimmt, kann ihm der Arzt nach der Vergewaltigung Medikamente zur Vermeidung einer unerwünschten Schwangerschaft verabreichen. Bei der Untersuchung kann auch eine eventuelle Infektion mit einer Geschlechtskrankheit festgestellt werden, wodurch eine sofortige Behandlung möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit, sich bei einer Vergewaltigung mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt zu haben, liegt bei 5 bis 10 %. Bei Chlamydien-Infektionen, Gonorrhö und Syphilis kann die Krankheit durch Antibiotika vollständig geheilt werden, gegen das Virus Hepatitis B hilft eine Impfung. Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Vergewaltigung mit dem HIV-Virus angesteckt zu werden, liegt unter 1 %, trotzdem verbessert die frühe Diagnose die Heilungsmöglichkeiten um ein Vielfaches.































